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Federico Pfister / De Pistoris (1898-1975)

Futurist und Intellektueller zwischen der Schweiz und Italien 3. Oktober – 12. Dezember 2010

Die Hauptausstellung des Museo Vincenzo Vela in diesem Jahr ist dem Schaffhauser Künstler und Intellektuellen Federico Pfister gewidmet, einer herausragenden Figur, dessen Werk erstmalig in einer detaillierten monografischen Ausstellung gewürdigt wird.

Federico Pfister wurde 1898 in einem wohlhabenden und kosmopolitisch geprägten Umfeld in Neapel geboren, verlor seine Eltern jedoch bereits in sehr jungen Jahren. In der Folge studierte er zunächst Kunstgeschichte bei Professor Heinrich Wölfflin in München und absolvierte dann ein Archäologiestudium in Florenz. In den Dreissiger Jahren arbeitete er als Architekt in Rom, kommentierte und übersetzte aber zugleich bedeutende kunsthistorische Schriften von J. J. Winckelmann und J. Burckhardt aus dem Deutschen ins Italienische. Sein besonderes Interesse galt jedoch der Philosophie, die sein vorherrschendes Studienfach wurde: Tatsächlich verfasste er verschiedene Abhandlungen wie Il metodo della scienza ("Die Methode der Wissenschaft") (1948) und I fondamenti del divenire (1973) ("Die Grundlagen der Zukunft"). Sein Erfolg in diesem Bereich war derart gross, dass Giovanni Gentile ihm den Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Neapel antrug, doch leider konnte Pfister aufgrund seiner ausländischen Staatsbürgerschaft dieses Angebot nicht wahrnehmen.

Federico Pfister war nicht nur ein talentierter Aquarellist und Zeichner, sondern auch ein interessanter Maler, weshalb sich die Ausstellung im Museo Vincenzo Vela hauptsächlich auf diesen Aspekt seiner künstlerischen Laufbahn konzentriert. Er nahm im Jahre 1917 den Künstlernamen "De Pistoris" an und war zwischen den beiden Weltkriegen neben Prampolini, Pannaggi, Depero und Paladini einer der wichtigsten Vertreter des Zweiten Futurismus. Die Malerei begleitete ihn bis zu seinem Tod im Jahre 1975 in Rom, wobei Pfister sich jedoch nicht nur einer einzigen Ausdrucksform verpflichtete - vielmehr wechseln in seinem Werk Perioden der naturalistischen Darstellung mit anderen, in denen der Künstler es vorzog, die Stofflichkeit menschlicher Körper oder Landschaften aufzulösen.

Die Ausstellung im Museo Vincenzo Vela dokumentiert das künstlerische Schaffen Federico Pfisters mit über 120 Werken, darunter Zeichnungen, Skizzenhefte, Aquarelle, Ölmalereien und vorbereitende Studien auf Leinwand für einen Freskenzyklus, der allerdings nie in die Tat umgesetzt wurde.